
Die Garde-praxis ist vergleichsweise offen und vielfältig. In der jüngeren Vereinsgeschichte gab es beispielsweise einen allein regierenden Kinderprinzen, eine Jugendprinzessin mit Pagin, Prinzenpaare sowie ein Jugend- und ein Erwachsenen-Dreigestirn. Auch bei der Rollenbesetzung orientieren wir als Verein uns nicht starr an traditionellen Geschlechterrollen.
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Bereich |
Mögliche Form |
Was das praktisch bedeutet |
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Kinder |
Kinderprinz oder Kinderprinzessin |
Eine einzelne junge Tollität, in der Regel mit Betreuung/Gefolge |
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Kinder |
Kinder-Dreigestirn |
Drei Personen übernehmen die Rollen Prinz, Bauer und Jungfrau |
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Jugendliche |
Jugendprinz oder Jugendprinzessin |
Einzelne jugendliche Tollität, ggf. begleitet von Pagin, Adjutant/in oder Team |
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Jugendliche |
Jugend-Dreigestirn |
Drei Jugendliche bilden gemeinsam die Regentschaft |
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Erwachsene |
Prinz und Prinzessin |
Klassisches Prinzenpaar |
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Erwachsene |
Einzelprinz bzw. Einzelprinzessin |
Je nach Konzept und Entscheidung des Vereins denkbar |
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Erwachsene |
Dreigestirn |
Prinz, Bauer und Jungfrau teilen sich die Regentschaft |
Dass diese Formen nicht nur theoretisch sind, zeigt unsere Geschichte: 2023/24 regierte Tristan I. als Kinderprinz ohne „große Tollität“, 2024/25 gab es Jugendprinzessin Nina I. mit ihrer Pagin Sophia, und 2025/26 regiert ein weibliches Dreigestirn mit Prinz Anke I., Bauer Petra II. und Jungfrau Maxi I.
Phase A – Interesse und Gespräch
Zunächst steht ein Gespräch mit dem Vorstand bzw. dem Kommandeur der Prinzengarde an. Dabei sollten frühzeitig folgende Punkte geklärt werden:
Bei früheren Bardenberger Tollitäten wurden offenbar entsprechende Verträge bzw. Vereinbarungen geschlossen. Das ist sinnvoll, damit Zuständigkeiten und finanzielle Fragen von Anfang an klar sind.
Phase B – Die Zeit als „designierte Tollität“
Designiert bedeutet: Die Person oder Gruppe ist bereits als zukünftige Tollität ausgewählt, aber noch nicht offiziell proklamiert.
In dieser Phase können bereits erste öffentliche Vorstellungen
und Auftritte stattfinden.
Gerade in den Sessionen 23/24 und 25/26 stellte sich heraus,
dass der Besuch von Sommerfesten von anderen Karnevalsvereinen
für einen hohen Bekanntheitsgrad mit anderen designierten
Tollitäten schon vor der Session geführt hat. Auch können erste
Bühnenauftritte z.B. mit Sommerliedern absolviert werden. Beim
Dreigestirn 2025/26 wurde beispielsweise vor der Proklamation
bereits ein erster offizieller Auftritt angekündigt.
Hier beginnt meist die eigentliche Vorbereitung:
Die Proklamation ist die offizielle Amtseinführung.
Dabei erhält die Tollität – je nach Rolle – symbolische Insignien wie beispielsweise:
Beim Kinderprinzen Tristan I. wurden beispielsweise Federn, Zepter und Prinzenkette übergeben. Erst mit diesem offiziellen Akt begann seine Regentschaft.
Ab diesem Zeitpunkt ist man nicht einfach nur Karnevalist, sondern für die Session eine offizielle Repräsentationsfigur.Damit steht man unter besonderer Beobachtung und sollte sich auch dementsprechend Verhalten.
Mit der Proklamation beginnt der vielleicht außergewöhnlichste Teil der gesamten Reise.
Ab diesem Moment ist man nicht mehr nur Zuschauer des Karnevals – man ist mittendrin. Türen öffnen sich, man lernt Menschen und Vereine kennen, betritt Säle durch den Haupteingang, während die eigene Musik gespielt wird, und erlebt Veranstaltungen aus einer Perspektive, die den meisten Menschen verborgen bleibt.
Die Session kann zu einer Zeit werden, die man später mit den Worten beschreibt:
„Das muss man einmal selbst erlebt haben.“
Natürlich gibt es viele Termine – aber genau darin liegt auch ein großer Teil des Erlebnisses. Jeder Auftritt ist anders. Mal steht man vor einem großen Saal, mal besucht man eine kleine Veranstaltung, mal fährt man gemeinsam mit dem Team von Termin zu Termin. Es entstehen Geschichten, Insider, Freundschaften und Erinnerungen, die oft weit über die Session hinaus bleiben.
Aus Terminen wird eine gemeinsame Reise
Gerade die gemeinsamen Fahrten können zu einem besonderen Teil der Session werden.
Wenn Tollität, Gefolge und Garde gemeinsam unterwegs sind, wird aus dem einzelnen Auftritt schnell ein kleiner Ausflug. Man bereitet sich zusammen vor, fährt gemeinsam los, erlebt den Auftritt und spricht anschließend noch über das, was passiert ist.
Manche Tage sind besonders intensiv – aber genau diese Tage können später zu den schönsten Erinnerungen gehören:
Was zunächst wie ein voller Terminplan aussieht, entwickelt sich oft zu einer ganz eigenen kleinen Welt für eine Session.
Eine Zeit, in der man Dinge erlebt, die sonst kaum möglich sind
Als Tollität erlebt man den Karneval aus einer außergewöhnlichen Perspektive.
Man wird empfangen, angekündigt und begleitet. Man lernt andere Tollitäten kennen, besucht Vereine und wird Teil einer großen Gemeinschaft. Besonders für Kinder und Jugendliche kann dies eine einmalige Erfahrung sein: auf einer Bühne stehen, Verantwortung übernehmen, vor Menschen sprechen und gleichzeitig Teil eines starken Teams sein.
Für Erwachsene kann eine Tollitätensession sogar ein persönliches Kapitel fürs Leben werden.
Es ist eine Zeit, in der man bewusst aus dem normalen Alltag heraustritt.
Der Beruf, die Schule oder der tägliche Rhythmus laufen zwar weiter – aber für einige Monate kommt etwas hinzu, das wahrscheinlich nur wenige Menschen jemals in dieser Form erleben:
Eine eigene Regentschaft. Eine eigene Geschichte. Eine Session, die niemand sonst genau so erleben wird.
Die Höhepunkte einer Session
Im Laufe der Monate entstehen viele besondere Momente:
Dabei ist keine Session wie die andere.
Genau das macht sie so besonders.
Aus Terminen werden Erlebnisse
Natürlich benötigt eine erfolgreiche Session Organisation. Viele Termine der Garde werden bereits vor der Session von unseren befreundeten Vereinen angefragt, einige ergeben sich in der Sommerzeit in denen bereits viele Treffen mit anderen designierten Tollitäten zu ergänzenden Terminen führen können. Die Mischung machts und bedarf der Abstimmung damit es für alle eine tolle Session wird und es nicht zu viele Termine gibt.
Viel wichtiger ist:
Die Session soll zu der Tollität passen.
Bei einer Kinder- oder Jugendtollität stehen Spaß, Gemeinschaft und ein altersgerechter Ablauf im Vordergrund. Bei Erwachsenen kann die Session individueller gestaltet werden – vom entspannten Programm bis zur intensiven karnevalistischen Tour durch die Region.
Die entscheidende Frage sollte deshalb nicht lauten:
„Wie viele Termine müssen wir schaffen?“
Sondern:
„Welche Erlebnisse möchten wir aus unserer Session mitnehmen?“
Bei den Besuchen befreundeter Gastvereine stehen wir gemeinsam als 1. Bardenberger Prinzengarde auf der Bühne – Tollität, Gefolge und Garde bilden eine Einheit.
Der Zeitrahmen
Meist wird von den gastgebenden Vereinen eine Auftrittszeit von ca. 20 Minuten vorgegeben. Bei größeren Veranstaltungen oder besonderen Anlässen kann die Zeit natürlich auch länger sein, sodass flexibel mehr Programmpunkte eingebunden werden können.
Typischer Ablauf eines 20-Minuten-Auftritts:
Eine Erinnerung, die bleibt
Ein Ornat wird irgendwann wieder in den Schrank gehängt. Die Session endet am AschermittwochFeilchendienstag mit dem Auskleiden. Der Alltag kehrt zurück.
Was bleibt, sind jedoch:
Eine Tollitätensession ist deshalb nicht nur eine Amtszeit.
Sie kann ein großes gemeinsames Abenteuer sein – mit Familie, Freunden, Gefolge und der gesamten Prinzengarde.
Und wahrscheinlich ist genau das der wichtigste Gedanke für Interessenten:
Man kann Karneval viele Jahre lang feiern. Aber nur einmal erlebt man genau diese eigene Session – mit diesem Team, diesem Ornat, diesen Auftritten und diesen Erinnerungen.